Ein typischer Tag im Kindergarten of Joy

Unser Mitglied Andrea beschreibt einen typischen Tag im Kindergarten:

Ein Hahn kräht, die Sonne geht langsam auf, erste Schritte im Garten. Meist wacht man schon auf, bevor der Wecker klingelt und gegen 6:30 Uhr steht man schließlich langsam auf. Frühstück bedeutet hier Chai-Ingwer-Tee und Weißbrot. Wir Freiwilligen haben noch Peanutbutter und Honig gekauft und holen immer mal wieder Bananen, Mangos, etc., sodass das Frühstück schon gut ist. Vor allem mit dem Brot, dass wir ab und an von der Bäckerei holen.

Danach geht es an die Arbeit - in meinem Fall heißt das aufgrund der Ferien grad, wir werden abgeholt und fahren zu dem neuen Gebäude, um das weiterzubauen. Wann genau man abgeholt wird weiß man nicht ganz so genau. Wobei Albert für einen einheimischen echt ziemlich pünktlich ist, was man hier sehr zu schätzen lernt. Vor allem wenn man extra früh aufsteht. Auf der Baustelle haben wir die Terrasse gepflastert, Steine getragen, Sand und Zement geschaufelt und getragen oder aus dem Brunnen von den Nachbarn Wasser geholt und getragen. Das Pflastern und Verputzen der Innenräume und der Unterbau von den Toiletten wurde von Arbeitern übernommen. Nachdem es täglich regnet wurde der Sand jeden Tag schwerer und die Arbeit dadurch, und durch die kaputten Eimer als Transportmittel, immer anstrengender. Aber es ist dennoch schön den Fortschritt zu sehen und körperlich zu arbeiten. Genrell ist es sinnvoll, manche Dinge zu hinterfragen, um nicht alles an dem einen Tag von einem Ort zum anderen zu tragen und es dann am nächsten wieder woanders hinzutragen. Vorausdenken ist nicht unbedingt die größte Stärke hier genauso wie lange und produktiv zu arbeiten. Wenn man die Arbeiter nicht kontrolliert dann kommen und gehen sie wann sie wollen und an Zeiten hält sich auch kaum jemand.
Mittags geht es dann meist für uns auch schon wieder zurück zum Kindergarten, da es dann meist regnet.

An machen Tagen sind wir auch im Kindergarten geblieben und haben vormittags neue Beete gebaut und Gemüse angesät oder uns mit den wenigen Kindern beschäftigt, die trotz Ferien ab und zu im Kindergarten sind. Das ist natürlich die Zeit, die am meisten Spaß macht. Hier wird gespielt und zählen, lesen sowie schreiben gelernt. Für mich war es gewöhnungsbedürftig so junge Kinder im Alter von drei bis fünf schon auf Bänke zu setzen und wie in der Schule unterricht zu machen. In Tansania ist das allerdings normal. Die Kinder sind alle super nett und lieb. Bei manchen ist es echt erstaunlich wie viel sie schon wissen. Und es ist schön zu sehen, wie gut einige schon Englisch können. Aufgrund der Ferien sind die Kinder nur bis mittags oder frühen Nachmittag da.

Die regnerische Zeit am Nachmittag wird dann genutzt, um zu kochen, zu essen und zu duschen. Das alles kostet relativ viel Zeit, da für alles Feuer benötigt wird und dann ein bis zwei Platten zur Verfügung stehen. Also wird nacheinander Gemüse und Reis oder Ugahli und dann Tee gekocht. Danach wird dann Wasser zum Duschen erwärmt. Da bekommt jeder nacheinander einen Eimer voll. Alles das dauert schon mal eine gewisse Zeit - vor allem wenn das Feuer nicht wie gewünscht brennt oder nur noch wenig, kleine Kohle da ist. Zwischendurch folgt der Abwasch und nicht viel später fängt man eigentlich schon wieder an Sachen für das Abendessen zu kaufen und diese langsam vorzubereiten. Da es keinen Kühlschrank gibt und viele Krabbeltiere in der Küche, werden fast jeden Tag oder jeden zweiten frische Lebensmittel gekauft.

Abends wird es um 7 dunkel. Wir sind um die Zeit meist beim Essen. Die Bänke und Stühle hier sind natürlich alle auf Kinderhöhe und ziemlich unbequem. Dennoch sitzen wir hier immer noch etwas zusammen und lassen den Abend ausklingen. Da ich Uno mitgebracht habe, ist es unser Brauch geworden jeden Abend Karten zu spielen.

Da mein Zimmer draußen ist, werden dann am Brunnen im Garten die Zähne geputzt und jeder geht in sein Zimmer. Hier schaue ich nochmal kurz, wo es sich meine 1-2 Spinnenfreunde heute gemütlich gemacht haben und ab gehts unters Moskitonetz, das sehr wertvoll war, da jedes Kleintier hier unter einem großen Schlitz unter der Tür rein und raus kann. Nachts kann es in der Regenzeit ziemlich kühl werden und generell sind viele Leute durch den ständigen Wetterwechsel krank. Auch ich hab mir hier in den ersten Tagen eine Erkältung eingefangen und war froh, eine entsprechende Reiseapotheke dabei zu haben.

Wasser und Strom

Zentrum ist überall der Brunnen und so etwas simples wie ein Eimer spielt eine wichtige Rolle. Zum Duschen, zum Waschen von Geschirr oder Kleidung, als Toilettenspülung, zum Waschen von Reis, Gemüse, etc.
Das Wasser kommt hier von der Stadt 3 Tage die Woche und wird hier gesammelt, sodass aktuell und durch die Regenzeit auch eigentlich immer genug Wasser da ist. Wenn alle Kinder da sind und es knapp wird, wird Wasser bei den Nachbarn geholt.

In der Regenzeit fällt der Strom ab und zu aus. Aber tagsüber braucht man eigentlich eh keinen Strom. Wenn kein Strom da ist, weiß man zunächst nie ob es das Wetter ist, oder das Guthaben aufgebraucht ist. Der Strom ist hier nämlich prepaid. Das Guthaben kann einfach und schnell über das Handy aufgeladen werden, sodass zu jeder Uhrzeit in kürzester Zeit wieder Strom da ist. Strom ist hier wichtig, um Handys aufzuladen und vor allem, um Licht zu haben, denn Kerzen etc. gibt es nicht.

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