Volunteering in Tansania

Unser Mitglied Andrea beschreibt ihre Erfahrungen über ihre Volunteering-Zeit in Tansania:


Wetter und Infrastruktur

Hier in Mafinga merkt man gleich den Unterschied zu Dar es Salaam. Es liegt in den Bergen und ist deutlich kühler. Täglich regnet es hier im Sommer, sodass sich mehrmals am Tag das Wetter komplett ändert und es warm, kühl, windig und nass im Wechsel ist. Die Stadt ist weit verteilt und wirkt ziemlich arm. Überall stehen kleine Hütten und die Leute laufen fast alle Strecken zu Fuß. Frauen tragen Eimer und Körbe voller Obst oder ganze Reissäcke auf dem Kopf. Benzin ist hier tatsächlich unfassbar teuer; ca. 1 €/l. Da kostet eine Mahlzeit weniger. Wenn dann fahren die Leute hier mit Mopeds, Bussen oder Tuk Tuks, die ein günstiges Transportmittel sind und teilweise unter 0,50 € pro Fahrt kosten. Autos besitzen hier nicht viele Leute. Insgesamt ist die Infrastruktur nicht die beste. Es gibt eine große Hauptstraße und der Rest ist nicht geteert oder gepflastert und sehr uneben. Fahrten dauern daher super lange und noch dazu ist alles erdig und entweder sehr staubig oder durch den Regen matschig. Sauberkeit ist somit auf die Art und Weise, die wir kennen, kaum möglich.


Selbstversorger so gut es geht

Einige Einwohner versorgen sich überwiegend selbst; haben Beete im Garten und teilweise Hühner, die frei rumlaufen oder Kühe, die vor den Häusern angebunden sind. Zusätzlich verkaufen sie auch ihre Eier, Hühner, Milch oder Gemüse. Es gibt daher viele kleine Marktstände über die Stadt verteilt und eine große Hauptstraße an der seitlich unterschiedliche kleine Geschäfte, Banken, Restaurants sind. Alles erinnert eher an einen Marktplatz der durch die ganze Stadt geht. Die Währung ist hier Tanzania Shilling. 1 € entspricht aktuell 2.632 Tsh. Und die meisten Lebensmittel kosten ca. 500-2.000 Tsh. Wobei wir Weißen oft mehr zahlen.


Plastik und Müll

Ein großes Problem hier ist Plastikmüll - bei jedem Einkauf gibt es Tüten und überall liegt Plastik. Die meisten Leute hier glauben, dass Plastik verrottet. Und auch alles andere an Müll liegt in Gärten verteilt - egal ob Glas, Metall, Steine, Holz. Hier gibt es auch, soweit ich mitbekommen habe, keine Müllentsorgung oder die Leute nutzen diese nicht. Mülleimer habe ich zumindest bislang noch keinen einzigen gesehen und aus fahrenden Autos und Bussen wird einfach alles aus dem Fenster geworfen.


Einwohner

Hier in Mafinga ist immer viel los. Überall sind Leute, die sich tagsüber auf den Straßen, auf Feldern oder in den kleinen Märkten vor ihrem Haus befinden. Kinder sieht man hier auch tagsüber auf den Straßen spielen oder bei der Arbeit helfen. Vor allem Kinder freuen sich sehr einen zu sehen und sind super süß. Genell sind alle Leute sehr nett und viele grüßen einen direkt mit allem was sie auf englisch sagen können. Mafinga ist kein Touristen-Ort, sodass selten weiße Menschen hier sind und man somit sehr auffällt. Insgesamt ist es eher ruhig. Ab und zu hört man die Nachbarn, Babys schreien oder Musik aus einem Pub. Nachts fallen einem zusätzlich auch die Geräusche der Kühe und Schweine auf und in den frühen Morgenstunden kräht der ein oder andere Hahn. Zusätzlich drehen die Straßenhunde nachts mit lautem Gejaule ihre Runden. Alles ist sehr hellhörig, da die Häuser nicht gedämmt sind und unter der Tür und seitlich davon Spalte sind.


Essen: Carbs, Carbs and… Carbs?

Das Essen hier ist nicht besonders abwechslungsreich und besteht ausschließlich aus Kohlenhydraten. Da es am günstigsten ist, wird hier überwiegend Ugali gegessen; gemahlener Mais, der in Wasser gemischt wird und zu einem klebrigen Brei wird . Dieser wird dann mit Gemüse (meistens gekochten Salaten oder Spinat mit ein paar Tomaten) oder ab und zu mit Bohnen gegessen - was zumindest selten mal Eiweiß bedeutet. Außerdem werden sonst Kartoffeln oder Reis gegessen, was natürlich teurer ist. Zu ganz besonderen Anlässen gibt es Pilau. Für uns ist das total interessant, da Pilau für alle hier ein eigenständiges Gericht ist und es eigentlich nur eine bestimmte Gewürzmischung ist, die in den Reis kommt. Wir werden immer ganz komisch angeschaut, wenn wir das Pilau Gewürz für alles mögliche verwenden. Hier sind Gewürze natürlich teuer und besonders und somit gibt es auch nicht viele zur Auswahl. Sonst gibt es noch Weißbrot und Avocado und das sind schon die typischen Lebensmittel hier. Wir Freiwilligen kaufen an kleinen Ständen um die Ecke oder in der Stadt immer wieder Bananen und Mangos oder zum Kochen Karotten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch. Eine große Auswahl an Obst und Gemüse hat man generell nicht. In den wenigen Supermärkten, die das anbieten, holen wir ab und zu mal Pasta, Honig und Peanutbutter. Wir haben auch einen Bäcker entdeckt, der zwar auch nur Weißbrot hat, welches aber sehr gut ist, und so etwas wie kleine Quarkbällchen verkauft. In der Stadt gibt es kaum Restaurants, aber eines haben wir entdeckt, das gut ist und sejr leckeres Pilau macht. Insgesamt ist das Essen in Mafinga natürlich sehr simpel, aber auf jeden Fall gut und durch das Kochen auf Feuer oder Kohle mit viel Hingabe zubereitet.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Scroll to Top